Die strahlenden Sieger

Die überglücklichen Gewinner, die Dresden Pioneers (Danke für das Foto an Olivier Vax)

Vor zehn Jahren, im März 2006, wurde mit den Stuttgart Valley Rollergirls das erste Roller Derby Team Deutschlands gegründet. Entsprechend schauen die Spielerinnen der Hit Girls, dem A-Team der Stuttgart Valley Rollergirls, auf viele Jahre Spielerfahrung zurück. Entsprechend sind die Hit Girls als eines der stärksten Rollerderby Teams Deutschlands in der ersten Bundesliga vertreten. Am vergangenen Samstag traten die Dresden Pioneers als Aufsteiger gegen ebendieses erfahrene Team in Stuttgart an. Dabei waren die erklärten Ziele folgende: „Gewinnen steht nicht zur Debatte, wir konzentrieren uns darauf, Erfahrungen zu sammeln!“, „Wir schauen nicht auf die Punkte!“ und „Always look on the bright side of life…“. Captain Coffin Cutie legte ihrem Team vor Spielbeginn noch einmal nahe, dass ein Sieg einem kleinen Wunder gleichkäme und deshalb der Fokus auf Ruhe und Konzentration im Vordergrund stehen sollte. So stellten sich die Dresdenerinnen mit einer Mischung aus buddhistischer Besonnenheit und nüchternem Realismus ihrer bisher größten Herausforderung. Die ersten Jams wurden gespielt und auf der Bank herrschte eine gespannte Konzentration. Kein Klagen, kein Wuseln, keine Wehwehchen, sondern nur Worte über die richtige Taktik und Aufstellung wurden ausgetauscht. Doch mit jeder weiteren verstrichenen Spielminute schlich sich ein neues Gefühl in die, auf Arbeitsmodus gepolten, Köpfte der Pioneers: Eine Mischung aus Freude und Unglauben machte sich zunehmend breit, denn der Punktstand zeigte eindeutig die Führung der Pioneers an! Diese unglaubliche Tatsache, gepaart mit Motivationsreden und Schulterklopfen, war genau die Motivationsspritze, die den Dresden Pioneers schließlich zum Sieg von 151 über 138  Punkten verhalf, einem Sieg, der durchaus und ganz frei von Pathos als Wunder bezeichnet werden kann.
Roller Derby Dresden bedankt sich herzlich bei seinen Stuttgarter Gastgebern und Fans für dieses geniale Spiel und das freundliche Miteinander, an das sich die Dresdenerinnen auch abseits von Sieg und Niederlage noch lange erinnern werden.